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Poesie des Übergangs Intro Wochen Programm Filme Kunst todeszeichen


Der Übergang von Leben zum Tod wird in den Mythen häufig als eine Reise dargestellt, über einen Fluss, durch Zwischenstufen des Bewusstseins, als Weg schlechthin. Das Sterben, wie dieser Übergang genannt wird, ruft ins Gedächtnis, was Leben eigentlich ist: Unterwegssein, ohne Gewissheit über das woher und wohin. Unterwegs zu sein, heißt auch loslösen und "Abschied nehmen" als alltägliche Erfahrung; Leben, das sich als Wandererdasein erfährt, hat den Tod ständig vor Augen. Die Lebensvorstellungen, die sich in industriellen Gesellschaften herausgebildet haben, sind dazu völlig konträr: Tod wird als etwas dem Leben Fremdes begriffen und fällt einer allgemeinen Verdrängung anheim. Leben ohne Tod heißt Festhalten an dem, was ist, Reproduktion des immer Gleichen und korrespondiert mit dem Stillstand, der sich in atemberaubender Beschleunigung in immer gigantischeren Bildern inszeniert. Insofern ist der Tod ein Angelpunkt, der persönliche Biographien mit gesellschaftlicher (Nicht-) Entwicklung verbindet.

Diese Filmreihe soll eine Einladung zu einer Reise sein, zu einem Unterwegssein im Unbestimmten der Gefühle, Erfahrungen, Erwartungen und Sinnlichkeiten dessen, was alle Menschen verbindet und mit dem Begriff "Tod" belegt ist. Eine Reise in vier Etappen an vier (langen) Wochenenden. Jede Etappe ist unter ein Motto gestellt, das durch Filme, eine Tanzperformance und ein Bildertheater beleuchtet werden soll. Als "rote Fäden" ziehen sich durch das ganze Programm Dokumentationsfilme und Dias auf Spurensuche nach einer Kultur des Todes, Bilder: "Deiner zarten Haut Gesicht" von Hajo Seng, sowie die vom circle of confusion präsentierten Kurzfilme.