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Ich habe den Eindruck, dass die meisten Menschen mit einem linearen Zeitgefühl leben, in dem Erinnerungen mit zunehmender Zeit verblassen und überhaupt sich mühelos in eine Chronologie einordnen lassen. Meine Erinnerungen verblassen sehr schnell und der Grad ihrer Lebendigkeit hat wenig mit der Menge an Zeit zu tun, die seit den erinnerten Geschehnissen vergangen ist. Sie lassen sich nur sehr schwer in eine Chronologie einordnen; genau genommen ist eine solche Einordnung immer ein analytischer Kraftakt. Geschehnisse, die nur wenige Monat vergangen sind haben diesselbe Qualität wie welche, die Jahrzehnte zurückliegen. Und meine Erinnerungen an sie sind immer auch recht abstrakt; sie unterscheiden sich in ihrer Qualität nicht von Erinnerungen anderer Menschen, von denen ich über Erzählungen oder Bücher erfahren habe. Es ist so, als würde sich der zeitliche Horizont meiner Wahrnehmung nur über wenige Monate erstrecken. Aus der Befürchtung, ich könnte eines Tages sterben mit dem Gefühl, nur wenige Monate gelebt zu haben, fing ich bereits in meiner Jugend an, mein Leben zu dokumentieren - um es nicht an die Indifferenz eines Erinnerungsvermögens zu verlieren, das seine Lebendigkeit in abstrakte Erfahrungswerte umwandelt. Diese Dokumentationen umfassen seither theoretische und belletristische Texte genauso wie Zeichungen und Malereien.

Grob ist diese "Autodokumentation" hier geliedert in ein paar spielerische Annäherungen an jenes merkwürdige etwas, was ich inzwischen als mein "selbst" auffasse (Über mich), meine meistens im Selbstverlag veröffentlichte Literatur (Bücher), Bilder von Ausstellungen und begleitenden Performances (Kunst) und in ein paar illustrierte Gedanken zu Philosophie, Mathematik und Zeit anstelle einer ausformulierten Theorie (Struktur).