zurück Startseite

Über mich Bücher Kunst Struktur

Primzahlpaare Einführung Primzahlverteilung Primzahlsatz Lücken und Paare Primzahlspektren


Schon früh, als Kind, haben mich Symmetrien in Primzahlzerlegungen fasziniert. Das war aber keine theoretische Faszination, keine mathematische Beschäftigung im eigentlichen Sinne; ich hatte im Vorschulalter keine mathematische Zahlentheorie betrieben. Ich kann diese Symmetrien vielmehr sehen und früher hatte ich sie sehr oft gesehen, so oft, dass es mich ziemlich verunsichert, manchmal auch beängstigt hatte. Sie zeigen sich mir als Spektren, als Spektralzerlegungen von Zahlen, Anzahlen, Größen, Größenverhältnissen und Ordnungen. Immer dann, wenn Dinge die ihnen unterliegenden Strukturen zeigen, erscheinen sie mir in Regenbogenfarben - nur viel bunter. Zahlen wirken wie Prismen, die die Wirklichkeit in Muster zerlegen und damit einen Blick unter die Oberflächen gestatten, und damit das Gleiche im Verschiedenen zeigen. Die Primzahlen sind die Grundfarben dieser Spektren; das hatte ich bereits als Kind so wahrgenommen.

Anders aber als die Farben, die sich aus drei Grundfarben ableiten lassen, gibt es unendlich viele Primzahlen, die benötigt werden, um die Zahlen - unter dem Aspekt der Multiplikation - darzustellen. Entsprechend sind die primzahlzerlegten Wirklichkeiten bunter, viel bunter als alles, was gesehen werden kann. Aus heutiger Sicht würde ich mich gemäß der von Temple Grandin aufgestellten Kategorisierungen autistischen Bilderdenkens als Musterdenker einordnen. Die innere Welt eines solchen Denkens ist unendlich viel bunter und vielfältiger als es alle äußere Wirklichkeit überhaupt sein kann. Aber auch unendlich strukturierter und berechenbarer - auch wenn die Berechnungen meistens nicht trivial sind. Auch Musterdenker müssen einen produktioven Umgang mit ihrem Denken lernen. Früher hatte ich nicht selten sogenannte "Overloads" in der Form erlebt, dass ich meine Wahrnehmungen nicht mehr steuern konnte und sie dann die Gestalt dieser bunten, aber deutungs- und bedeutungslosen Muster angenommen hatten und mich damit weitgehend orientierungslos machten. Inzwischen erlebe ich solche Overloads selten, kann dafür mein Musterdenken vielfältig einsetzen - nicht nur für die Mathematik.